Weiterführende Informationen


EMAS

Im Zuge der Novellierung des Umwelt-Audits, das jetzt in ganz Europa einheitlich mit dem Begriff EMAS (Eco Management and Audit Scheme) bezeichnet wird, ist der Anwendungsbereich der EG-Verordnung auf alle Organisationen erweitert worden. Als "Organisation" gelten sowohl produzierende Unternehmen, Handwerksbetriebe, Dienstleistungsunternehmen als auch Behörden und öffentliche oder private Einrichtungen aller Art mit eigenen Funktionen und eigener Verwaltung. Unter der Leitidee des "sustainable development" (frei übersetzt als "dauerhafte und umweltgerechte Entwicklung") sollen die Eigenverantwortung der Unternehmen für den Umweltschutz gefördert werden. Im Vordergrund stehen "die Verhütung, die Verringerung und, soweit wie möglich, die Beseitigung der Umweltbelastung nach Möglichkeit an ihrem Ursprung auf der Grundlage des Verursacherprinzips sowie eine gute Bewirtschaftung der Rohstoffquellen und der Einsatz von sauberen oder saubereren Technologien".

Der primäre, offenkundige Vorteil einer Beteiligung an EMAS besteht in der Förderung des betrieblichen Umweltschutzes, im Nachweis der Einhaltung der Gesetze und Verordnungen sowie der innerbetrieblichen Vorgaben. Weitere Vorteile neben der Senkung der Kosten, insbesondere im Energie- und Rohstoffbereich, sind beispielsweise die Schaffung innerbetrieblicher Transparenz im Umweltbereich sowie Senkung von Prämien im Bereich der Umwelthaftung.

Als zunehmend wichtig erachten auch Finanzdienstleister einen transparenten und effektiven Umweltschutz in den Unternehmen, da damit oft geringere Haftungs- und Kreditrisiken verbunden sind. Aber auch in den eigenen Organisationen wird dem Umweltmanagement nach EMAS große Bedeutung zugemessen. In diesem Zusammenhang wird EMAS von Banken, Versicherungen aber auch von den Verwaltungen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene eingeführt, was im Rahmen der öffentlichen Beschaffung zu entsprechenden Anforderungen für Lieferanten führen kann.

Der vielfältige Nutzen aus einer Teilnahme an EMAS ist anhand zahlreicher Studien in ganz Europa belegt:

Durch eine Beteiligung an EMAS wird deutlich, dass eine Organisation zukunftsorientiert denkt und handelt. Sie hat die Gewissheit, ihre Umweltschutzbelange zukunftsorientiert angepackt zu haben.


DIN EN ISO 14001

Parallel zur Entwicklung und Verabschiedung der EG-Umwelt-Audit-Verordnung hat auf internationaler Ebene die ISO (International Standard Organisation) eine Normenreihe zum Umweltmanagement und zur Umweltbetriebsprüfung im Herbst 1996 abgeschlossen. Diese Normen wurden auch vom Deutschen Institut für Normung anerkannt und unter der Bezeichnung DIN/EN/ISO 14001 veröffentlicht. Die ISONorm beansprucht eine weltweite Gültigkeit.

Um die Unternehmen beim Auf- und Ausbau von betrieblichen Umweltmanagement-Systemen zu unterstützen, hat die International Standardization Organisation (ISO) die weltweit gültige ISO 14001 entwickelt. Die DIN EN ISO 14001 "Umweltmanagementsysteme - Spezifikation mit Anleitung zur Anwendung" hat seit Oktober 1996 den Status einer Deutschen Norm. Bis Ende Juni 1999 haben sich weltweit rund 11.000 Unternehmen gemäß ISO 14001 zertifizieren lassen. Starken Anklang findet das Instrument bislang vor allem in Japan (2.229), Deutschland (1.400), Großbritannien (1.009), Schweden (645), Taiwan (506) und USA (480) (aus: EG-Umweltaudit in Deutschland: Erfahrungsbericht 1995 bis 1998, Umweltbundesamt).

Brandenburger Umweltsiegel im Handwerk

Welchen Vorteil haben Betriebe mit Umweltsiegel?

Sie können Teilnehmer der Umweltpartnerschaft Brandenburg werden, die zwischen Wirtschaft und Landesregierung vereinbart wurde. Nur diese Mitgliedschaft ermöglicht eine Reduzierung und Einschränkung staatlicher Kontrollen und Auflagen. Das spart dem Unternehmen Zeit und Geld.

Wie kommt ein Handwerksbetrieb zum Brandenburger Umweltsiegel?

Will ein Handwerksunternehmen ein Umweltmanagementsystem nach dem durch die Handwerkskammer festgelegten Standard einführen, muss es die folgenden Kriterien erfüllen:

Die Anerkennung der Schulung erfolgt durch die Handwerkskammer. Der Handwerksbetrieb muss über eine schriftliche Darstellung seines betrieblichen Umweltmanagementsystems (Aufbau und Ablauforganisation) verfügen. Der Handwerksbetrieb hat ein Umweltprogramm vorzulegen, das verdeutlichen muss, mit welchen Mitteln der Betrieb seine Umweltauswirkungen reduzieren kann.

Links:

Umweltpartnerschaft Brandenburg (7 Seiten - 64kB)

Brandenburger Umweltsiegel im Handwerk für KMU (4 Seiten - 76kB)

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